Hund gestorben: Was tun, wenn der beste Freund fehlt
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Wenn dein Hund gestorben ist, musst du nur eine Sache sofort klären: wohin sein Körper kommt. Das besprichst du am einfachsten mit deiner Tierarztpraxis. Alles andere, von der Hundesteuer bis zur Frage, wie du ihn in Erinnerung behältst, hat Zeit.
Ich bin Stefan und fertige in Warstein im Sauerland persönliche Erinnerungslichter. Mein Spitz-Mischling Bruno wurde 9 Jahre alt. Als er gestorben ist, hat er eine Lücke hinterlassen, die man im Alltag viel stärker merkt, als man vorher denkt. Bruno war auch der Anlass für mein Buch „Abschied von deinem Tier“.
Was du in den ersten Tagen erledigen musst
Ist dein Hund zuhause gestorben, ruf deine Tierarztpraxis an. Dort bekommst du eine Bescheinigung über den Tod, die du später für Behörden und Versicherung brauchst. Wurde er in der Praxis eingeschläfert, bekommst du sie dort direkt. Viele Praxen bieten außerdem an, die Einäscherung für dich zu organisieren.
Ist er nachts oder am Wochenende gestorben, musst du nichts überstürzen. Leg ihn auf eine vertraute Decke an einen kühlen Ort, etwa in den Keller oder in die Garage, und deck ihn nur leicht zu, nicht luftdicht. Melde dich, sobald die Praxis wieder geöffnet hat. Den tierärztlichen Notdienst brauchst du nur, wenn du eine medizinische Frage hast.
Für den Körper deines Hundes gibt es in Deutschland im Wesentlichen drei Wege:
- Einäscherung im Tierkrematorium: Bei einer Einzeleinäscherung bekommst du die Asche in einer Urne zurück. Bei einer Sammeleinäscherung werden mehrere Tiere gemeinsam eingeäschert, dann gibt es keine Urne.
- Grab auf einem Tierfriedhof: Die gibt es in vielen Regionen, mit Einzel- oder Gemeinschaftsgräbern.
- Im eigenen Garten: Das ist oft erlaubt, aber nur unter Bedingungen. Das Grundstück muss dir gehören oder der Vermieter muss zustimmen. Es darf nicht in einem Wasserschutzgebiet liegen, das Grab muss meist 50 bis 60 Zentimeter tief sein und Abstand zu öffentlichen Wegen haben. Ist der Hund an einer meldepflichtigen Krankheit gestorben, ist es nicht erlaubt, und bei großen Hunden kann eine Genehmigung nötig sein. In manchen Regionen ist es ganz untersagt, etwa wegen des Grundwassers. Frag deshalb vorher bei deiner Gemeinde oder dem Veterinäramt nach.
Du musst dich nicht in der ersten Stunde entscheiden. Aber je früher du mit der Praxis sprichst, desto weniger musst du allein organisieren.
Was die Einäscherung kostet
Das hängt vor allem vom Gewicht deines Hundes und vom Anbieter ab. Als grobe Richtwerte: Eine Sammeleinäscherung liegt je nach Größe bei etwa 80 bis 290 Euro, eine Einzeleinäscherung bei etwa 190 bis 460 Euro. Dazu kommen oft die Abholung (etwa 25 bis 40 Euro) und die Urne. Eine Tierkrankenversicherung übernimmt diese Kosten in der Regel nicht. Für ein Grab auf dem Tierfriedhof fällt meist eine laufende Gebühr an, die du direkt beim Friedhof erfragst. Lass dir vorab immer einen konkreten Preis nennen, die Zahlen hier sind nur Anhaltspunkte.
Was in den Wochen danach zu erledigen ist
- Hundesteuer abmelden: bei deiner Gemeinde, meist mit der Bescheinigung vom Tierarzt und der Steuermarke. Zu viel gezahlte Steuer wird in der Regel erstattet.
- Hundehaftpflicht beenden: Sie endet nicht automatisch. Schick deiner Versicherung die Bescheinigung, dann kannst du ohne Frist kündigen.
- Haustierregister informieren: Ist dein Hund bei TASSO oder FINDEFIX registriert, melde ihn dort als verstorben.
- Tierkrankenversicherung kündigen, falls du eine hattest.
Nichts davon muss am ersten Tag passieren. Mach es in deinem Tempo.
Die Lücke zeigt sich in den kleinen Gewohnheiten
Bruno lag am liebsten bei uns auf dem Sofa. Und Socken waren vor ihm nie wirklich sicher, die hat er mit Begeisterung gesucht und sich geschnappt. Genau solche Kleinigkeiten sind es, die danach fehlen.
Die ersten Tage waren vor allem ungewohnt still. Man hat ständig automatisch nach Bruno geschaut oder mit ihm gerechnet und dann erst gemerkt, dass er nicht mehr da ist. Gerade diese kleinen Gewohnheiten haben es am Anfang besonders schwer gemacht.
Wenn du dich gerade dabei ertappst, wie du ins Leere schaust oder den Napf füllen willst, ist mit dir alles in Ordnung. Napf, Leine und Decke dürfen übrigens so lange liegen bleiben, wie du möchtest.
Was mir geholfen hat: Erinnerungen nicht wegschieben
Mir hat geholfen, die Erinnerungen nicht wegzuschieben. Ich habe Fotos von Bruno angeschaut und mich bewusst an die schönen Zeiten erinnert. Das kann wehtun, und es kann gleichzeitig guttun. Beides gehört dazu.
Du musst nicht jeden Tag Fotos ansehen. Aber wenn dir danach ist, darfst du es, auch wenn dir jemand rät, dich lieber abzulenken. Und wenn dich jemand fragt, wie es dir geht, darfst du ehrlich sein. „Mein Hund fehlt mir“ ist Antwort genug.
Warum „Hol dir doch einen neuen“ nicht hilft
Weniger geholfen haben mir gut gemeinte Sätze wie „Du kannst dir ja irgendwann einen neuen Hund holen“. Die Menschen meinen es nicht böse. Aber so ein Satz überspringt das, was gerade da ist: Dein Hund fehlt. Ob und wann du dir wieder einen Hund wünschst, ist eine ganz andere Frage.
Genauso wenig hilft „Es war doch nur ein Hund“. Für manche Menschen ist ein Tier genauso ein Familienmitglied wie ein Mensch, und dann trauert man auch so. Mich stört außerdem, wenn Trauer so dargestellt wird, als müsse sie nach einem bestimmten Schema ablaufen, mit Phasen, die man der Reihe nach abhakt. Jeder geht anders damit um. Du musst dich nicht fragen, ob du richtig trauerst.
Mach dir keinen Kopf darüber, was andere für richtig halten. Wenn dir dein Hund fehlt, dann fehlt er dir. Das braucht keine Rechtfertigung.
Der Erinnerung einen festen Platz geben
In meiner Arbeit fällt mir immer wieder auf: Die meisten Menschen möchten nicht einfach nur ein Foto ihres Tieres haben. Sie möchten der Erinnerung einen festen Platz geben, einen Ort in der Wohnung, an dem der Hund weiter dazugehört. Das kann ein Bilderrahmen im Regal sein, die Urne auf der Fensterbank oder ein Licht, das abends brennt.
Wenn du magst, gestalte ich dir ein Erinnerungslicht mit dem Foto deines Hundes, mit Name, Datum und einem kurzen Text. Jedes Stück fertige ich von Hand, und du siehst den Entwurf, bevor es gefertigt wird. Für mehrere Momente gibt es den Lichtwürfel mit verschiedenen Fotos. Und wenn du lieber etwas zum Lesen hast: Mein Buch „Abschied von deinem Tier“ ist für genau diese Tage gedacht. Nichts davon musst du jetzt entscheiden.
Häufige Fragen, wenn der Hund gestorben ist
Oft ja, wenn das Grundstück dir gehört, nicht im Wasserschutzgebiet liegt, das Grab meist 50 bis 60 Zentimeter tief ist und der Hund an keiner meldepflichtigen Krankheit gestorben ist. Die Regeln unterscheiden sich je nach Bundesland und Gemeinde, frag deshalb vorher dort nach.
Je nach Gewicht und Anbieter grob 80 bis 290 Euro für eine Sammeleinäscherung und 190 bis 460 Euro für eine Einzeleinäscherung. Nur bei der Einzeleinäscherung bekommst du die Asche in einer Urne zurück. Dazu kommen oft Abholung und Urne, lass dir vorab einen Preis nennen.
Ja, bei deiner Gemeinde. Meist brauchst du dafür die Bescheinigung vom Tierarzt und die Steuermarke. Zu viel gezahlte Steuer wird in der Regel erstattet.
Ja. Ein Hund ist oft jahrelang jeden Tag an deiner Seite. Für viele ist er ein Familienmitglied, und dann fühlt sich sein Tod auch so an.
Nur du entscheidest, ob und wann. Es gibt keinen richtigen Zeitpunkt, und niemand sollte dir das Tempo vorgeben.